Als «Chief Empathy Officer» den Weg aus der Krise schaffen

Zum Abschluss der jährlich durchgeführten Seminarreihe der «HSG Highlights» mit verschiedenen Inputs über das moderne ganzheitliche Management, rundet Thomas Linemayr, CEO & Chairman of the Executive Board bei Tchibo (bis Juli 21), als Stimme der Praxis die Programmreihe ab. Als «Chief Empathy Officer» hat er das Unternehmen Tchibo erfolgreich durch die COVID-19 Krise geführt und dabei sogar ein Rekordergebnis für das Unternehmen erreicht. Im Vortrag erklärt er, wie er das geschafft hat und auf welche Eigenschaften es als Krisenmanager ankommt.

«Empathie kostet nichts, versetzt aber Berge», durch dieses Statement von Linemayr wird schnell klar, welche hohe Priorität die emotionale Mitarbeiterführung spielt, um Fortschritte im Unternehmen zu verwirklichen. Zu Beginn seiner Rolle als CEO bei Tchibo war die Mitarbeiterkultur von Zukunftsängsten und Verlusten geprägt. Linemayr setzte bei dieser Herausforderung an und schuf mit einer empathischen Mitarbeiterkultur einen neuen Grundoptimismus im Unternehmen. «Ich möchte den Hooray meiner eigenen Leute finden». Er setzt darauf, die Stärken der Mitarbeitenden zu fördern und ein Team aufzubauen, dass für die eigenen Aufgaben brennt. Nur so sei er in der Lage, die Mitarbeitenden zu integrieren und am Geschehen teilhaben zu lassen.

Aber welche Taten sollten zur Mitarbeiterintegration konkret umgesetzt werden? Sein Erfolgsrezept ist ganz einfach: Dinge zur Chefsache machen. Dazu gehört im engeren Sinne, das Gesagte und Versprochene gegenüber den Mitarbeitenden in Taten umzusetzen und selbst dafür die Verantwortung zu übernehmen. Mit «One Tchibo» lancierte er eine emotionale Kampagne, die durch visuelle Botschaften in den Büros ein Gemeinschaftsgefühl stärken sollten. Um den Bedürfnissen der Kundschaft gerechter zu werden und den Fokus auf den Konsumenten nicht zu verlieren, platzierte er in jedem Meetingraum einen Regiesessel mit dem Aufdruck «Ich bin dein Kunde». Diese visuelle Botschaft erinnere das Team immer wieder daran, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, so Linemayr.

Der Vortrag wird abgerundet, indem er auf die Notwendigkeit zur Flexibilität und Risikofreudigkeit in Krisensituationen zu sprechen kommt. Die «Speed of Execution» sei hierbei entscheidend. Die COVID-19 Krise sei von Tchibo nur so effizient gemeistert worden, weil innert kürzester Zeit das Angebot im Online-Shop komplett auf Artikel für den Heimbedarf umgestellt wurde.

Linemayr hat es in der Rolle als «Chief Empathy Officer» geschafft, neue Denkweisen im Unternehmen zu etablieren und bestehende Muster aufzubrechen. Schlussendlich konnte aus der unvorhergesehenen Krisensituation ein Fortschritt für die Zukunft von Tchibo erreicht werden.

Über die Autorin / den Autor
Jennifer Maier studiert Betriebswirtschaftslehre im Bachelor an der Universität St.Gallen. Zudem arbeitet sie als studentische Mitarbeiterin an der Executive School of Management Technology and Law der Universität St.Gallen.