6. November 2019

Auf dem Weg zu fairen und angemessenen Rankings

In den letzten fünfzehn Jahren sind Rankings zu einem allgegenwärtigen und oft unbequemen Phänomen im Leben einer Business School geworden. Der rasante Anstieg von Ranglisten hat zu starken Reaktionen geführt. Einige Wissenschaftler sprechen sogar von einem Ranking-Fetischismus.

Universitätspräsidenten, Dekane und Dozenten haben oft eine Hassliebe für Rankings. Zugegebenermassen ist Liebe in der Regel das schwächere Gefühl der beiden. Wir haben selten den Eindruck, dass Rankings unseren Schulen oder Programmen gerecht werden – ausser wir stehen an der Spitze.

Als Business Schools und Universitätsverwalter denken wir gerne, dass wir der primäre Adressat von Rankings sind. Letztendlich sind wir es nicht. Wir sind das Rankingobjekt. Rankings dienen in erster Linie zukünftigen Studierenden und angehenden Dozenten.

Die Studierenden und jungen Dozenten von morgen sind im Durchschnitt relativ mobil und stehen dennoch vor einer grossen Informationsasymmetrie. Sie haben wenig Informationen über die Qualität von Lehre, Forschung oder Weiterbildung an verschiedenen Schulen, und solche Informationen sind schwer zu sammeln. Beide Gruppen profitieren daher in hohem Masse von fairen und angemessenen Rankings unabhängiger Institute.

Was macht also ein Ranking fair und angemessen? Meiner Meinung nach erfüllt ein faires und angemessenes Ranking (mindestens) die folgenden fünf Kriterien:

  • 1. Gültigkeit: Das Ranking ist fundiert und misst, was es zu messen vorgibt;
  • 2. Zuverlässigkeit: Die Ranking-Ergebnisse sind genau, transparent und reproduzierbar;
  • 3. Datenintegrität: Das Ranking respektiert das Dateneigentum der Universitäten (kein Geschäftsmodell zum Weiterverkauf von Daten ohne ausdrückliche vorherige Genehmigung der Schule);
  • 4. Unabhängigkeit: Das Ranking erlaubt es Business Schools nicht, Werbung oder Audits zu kaufen oder ihre Ranking-Ergebnisse zu manipulieren;
  • 5. Management: Das Ranking ist gut gemanagt, steht im Dialog mit den Schulen und beantwortet Fragen der Business School angemessen und zeitnah.

Die meisten Rankings werden behaupten, dass sie diese Kriterien erfüllen. Meine Kollegen und ich haben daher die Rankings anhand der fünf oben genannten Kriterien bewertet. Einige Rankings haben nicht gut abgeschnitten.

Deshalb: Dekane der Business Schools, Junior- und Senior-Fakultäten, Administratoren, aktuelle und zukünftige Studenten und Alumni auf der ganzen Welt, UNITE! Verlangen wir faire und angemessene Rankings auf der Grundlage der oben genannten fünf Kriterien.

Nehmen Sie an Diskussionen über Rankings und deren Auswirkungen auf der kommenden EFMD-Konferenz 2020 für Dekane und Generaldirektoren teil.

 

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Über die Autorin / den Autor
Prof. Winfried Ruigrok, PhD Seit 2011 ist Winfried Ruigrok Dean der Executive School of Management, Technology & Law an der Universität St.Gallen. Seit 1996 ist er Professor für Internationales Management sowie Direktor Institut für Internationales Management.Zuvor arbeitete er an der Warwick Business School (UK), Europäische Kommission (Belgien), Rotterdam School of Management (NL), Universität Amsterdam (NL) sowie für die Netherlands International Development Organisation (NL). Er arbeitete zusammen mit internationalen Unternehmen und Organisationen, u.a. Deutsche Post, Ernst & Young, Europäische Kommission, Freshfields Bruckhaus Deringer, Gore, Henkel , Hilti, KarstadtQuelle, Lonza, Nissan, Otto-Versand, PricewaterhouseCoopers, RWE, Credit Suisse, Swisscom, Swiss Railways, Johnson & Johnson und dem Kanton St.Gallen.