Bei Frauenförderung geht es um Fairness. Und um Geld.

Während Frauen und Männer im Nicht-Management nahezu ausgeglichen verteilt sind, liegt der Frauenanteil im Top-Management gerade noch bei 15%. Bereits bei der Beförderung von Nicht-Kader auf die unterste Kaderstufe werden Frauen signifikant weniger berücksichtigt als Männer. Mit dem Female Leaders Seminar möchte die Universität St.Gallen diesem Zustand Gegensteuer geben. Ein Tropfen auf den heissen Stein oder ein nachhaltig wirksames Programm?

Auch im Rest der Welt sieht es nicht anders aus, wie ein UNO-Bericht zeigt: Nach wie vor sind Frauen im Top Management untervertreten. Nur bei 5% der Fortune 500 Firmen sind die CEO’s weiblich. Dabei ist die wirtschaftliche Gleichstellung der Frauen gut für die Wirtschaft. Unternehmen profitieren von einer höheren Effektivität und einem erhöhten Wachstum, wenn sie Frauen in ihren Führungsteams haben – hier ist nicht nur von einer einzelnen Frau die Rede, sondern von mindestens einem Drittel des gesamten Führungsteams. Und deshalb stellt sich die Frage, weshalb gibt es nicht mehr Frauen in Führungspositionen? Und was kann getan werden, damit sich dies ändert?

In der Schweiz gibt es verschiedene Gründe dafür. Auf der politischen Ebene ist es ein Steuersystem, das keinen Anreiz schafft, dass bei einem Paar mit Kindern Frau und Mann arbeiten gehen. Auch das Angebot an (bezahlbaren) Krippenplätzen ist beschränkt. Die soziale Komponente spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Mann wird in der Gesellschaft immer noch als Ernährer angesehen und die Frau als Unterstützerin.

Einen ebenso wichtigen Part spielen aber auch die Unternehmen. Hier hat einerseits die ungleiche Verteilung von Teilzeitarbeit und andererseits die stereotypen Rollenerwartungen einen Einfluss auf die Beförderungsentscheide. Wird eine Frau Mutter wird sie oft automatisch in die Schublade «kein Interesse an Karriere» gesteckt, wohingegen beim Mann meistens ein Karriereinteresse vorausgesetzt wird.

Viele Frauen machen eine Erwerbspause, wenn sie Mütter werden und haben nach einigen Jahren mit Unterbruch Mühe, wieder einzusteigen. Mit dem sehr erfolgreichen Women Back to Business-Programm unterstützt die Universität St.Gallen seit über 10 Jahren Frauen beim Weg zurück in die Berufswelt. Doch wie können Frauen unterstützt werden, die seit Jahren im Beruf sind, aber die Karriere nicht vorangeht?

Executive School Studiengang:
Open Programmes

Women Back to Business

Management-Weiterbildung für Wiedereinsteigerinnen oder Umsteigerinnen

Frauen fehlt oft das Netzwerk, um beruflich weiterzukommen und/oder sie sind für ihre Vorgesetzten zu wenig «sichtbar». Mit dem neuen «Female Leaders Seminar» bietet die Universität als einzige Hochschule in der Schweiz ein deutschsprachiges Seminar nur für Frauen mit dem Potenzial und dem Wunsch, auf die oberen Führungsetagen zu gelangen. Führungskompetenz, Verhandlungs- und Auftrittskompetenz oder Stakeholder Management sowie Storytelling sind die wesentlichen Inhalte des 3-tägigen Seminars. Zusätzlich erhalten die Teilnehmerinnen drei Stunden Einzelcoaching sowie ein Peer Coaching und natürlich profitieren sie von einem wertvollen Netzwerk. Das Seminar findet vom 21.-23. November 2019 in St.Gallen statt. Das Seminar ist ein erster wichtiger Schritt, um Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Quellen

Cheryl. Women CEOs of the S&P 500 (2014). http://www.catalyst.org/knowledge/women-ceos-sp-500.

McKinsey & Company, Women Matter: Time to accelerate. Ten years of insights into gender diversity 2018. https://www.empowerwomen.org/-/media/files/un%20women/empowerwomen/resources/hlp%20briefs/unhlp%20full%20report.pdf?la=en.

Universität St.Gallen, Advance Women in Business. HSG & Advance Gender Intelligence Report 2018. https://advance-hsg-report.ch.