26. Oktober 2017

Denken im Ökosystem

In der Vergangenheit wurden Innovationen vor allem innerhalb von Unternehmen vorangetrieben, oft mit der impliziten Annahme, dass für jegliche Weiterentwicklung die Forschungsabteilungen zuständig sind. Heute entstehen potenzielle Neuerungen dagegen häufig an Berührungspunkten mit fachfremden Bereichen, wodurch ein Blick über den Tellerrand des eigenen Unternehmens unabdingbar wird.

Wir glauben, dass Unternehmen in Zukunft verstärkt darauf angewiesen sein werden, eine Kernkompetenz auszubilden, die wir «ökosystematisches Denken» nennen. Was ist damit gemeint? Ein Ökosystem funktioniert, weil alle beteiligten Elemente dazu beitragen und davon profitieren – dadurch erreicht das ganze System nach und nach einen immer höheren Entwicklungsstand.

Dementsprechend müssen Unternehmen lernen, das Innovationspotenzial externer Partner und Fachbereiche zu nutzen, wozu eine ständige Beobachtung und Bewertung wichtiger Akteure innerhalb und vor allem ausserhalb des eigenen Marktsegments unverzichtbar ist. Heutzutage tauchen neue Wettbewerber oft «aus dem Nichts» auf und stellen dadurch eine Bedrohung für bestehende Industrien, ihre internen Prozesse und ihre zentralen Akteure dar. Verbessertes «ökosystematisches Denken» kann dabei helfen, sowohl die Gefahren als auch die Chancen dieser Entwicklung zu erkennen und zu nutzen. Daher sollten strategische Kompetenzen mit der Fähigkeit zu ökosystematischem Denken gebündelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sicherzustellen, indem sie alternative Geschäftsmodelle und alternative Wertschöpfungsketten erschliessen.

Photo credit: USFWS Pacific via VisualHunt / CC BY-NC

Über die Autorin / den Autor
Dr. Simon Stöpfgeshoff Als Director of Corporate Programmes an der Executive School of Management, Technology and Law der Universität St. Gallen (ES-HSG) verantwortet Dr. Simon Stöpfgeshoff die Custom Programs/unternehmensspezifische Programme. Bevor er seine Tätigkeit bei der ES-HSG aufnahm, war er unter anderem CLO eines dänischen globalen Windturbinenherstellers sowie Program Director einer Corporate University in einem der größten französischen Industriekonzerne. Seine Karriere startete er 1997 bei einer globalen HR Managementberatung in Deutschland und Frankreich. Herr Dr. Stöpfgeshoff besitzt Expertise als Trainer, Berater und Dozent (unter anderem an der Hochschule Bern für Internationales HR Management) in den Themen Change, Teamentwicklung, Talent Management, Lernstrategien und management-diagnostische Verfahren. Er spricht fließend Englisch, Französisch und Italienisch. Er hat in Bayreuth und Nantes Betriebswirtschaftslehre studiert und über ein Thema im Bereich Organisationales Lernen promoviert.