26. Oktober 2017

Denken im Ökosystem

In der Vergangenheit wurden Innovationen vor allem innerhalb von Unternehmen vorangetrieben, oft mit der impliziten Annahme, dass für jegliche Weiterentwicklung die Forschungsabteilungen zuständig sind. Heute entstehen potenzielle Neuerungen dagegen häufig an Berührungspunkten mit fachfremden Bereichen, wodurch ein Blick über den Tellerrand des eigenen Unternehmens unabdingbar wird.

Wir glauben, dass Unternehmen in Zukunft verstärkt darauf angewiesen sein werden, eine Kernkompetenz auszubilden, die wir «ökosystematisches Denken» nennen. Was ist damit gemeint? Ein Ökosystem funktioniert, weil alle beteiligten Elemente dazu beitragen und davon profitieren – dadurch erreicht das ganze System nach und nach einen immer höheren Entwicklungsstand.

Dementsprechend müssen Unternehmen lernen, das Innovationspotenzial externer Partner und Fachbereiche zu nutzen, wozu eine ständige Beobachtung und Bewertung wichtiger Akteure innerhalb und vor allem ausserhalb des eigenen Marktsegments unverzichtbar ist. Heutzutage tauchen neue Wettbewerber oft «aus dem Nichts» auf und stellen dadurch eine Bedrohung für bestehende Industrien, ihre internen Prozesse und ihre zentralen Akteure dar. Verbessertes «ökosystematisches Denken» kann dabei helfen, sowohl die Gefahren als auch die Chancen dieser Entwicklung zu erkennen und zu nutzen. Daher sollten strategische Kompetenzen mit der Fähigkeit zu ökosystematischem Denken gebündelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sicherzustellen, indem sie alternative Geschäftsmodelle und alternative Wertschöpfungsketten erschliessen.

Photo credit: USFWS Pacific via VisualHunt / CC BY-NC