26. Oktober 2017

Erfahrungsorientiertes Lernen: Was können «Erfahrungen» zum Lernen beitragen?

Erfahrungsorientiertes Lernen ist, vereinfacht ausgedrückt, der Vorgang des Lernens durch Erfahrungen. Aber was bedeutet das? Und wie unterscheidet es sich von handlungsorientiertem Lernen und Lernen in der Gruppe?

Der Begriff «erfahrungsorientiertes Lernen» bezeichnet vor allem den Lernprozess des einzelnen Teilnehmers, der von Faktoren wie der individuellen Situation des Teilnehmers und der Lernumgebung beeinflusst wird.

Gerade weil erfahrungsorientiertes Lernen der individuellen Meinungsbildung innerhalb des Lernprozesses eine so grosse Bedeutung zumisst, spielt sie in unserer Lehrphilosophie für Custom Programmes eine zentrale Rolle. Dabei beginnt man damit, den Teilnehmern zu erklären, wie sie eine Aufgabe erfüllen oder einen Prozess steuern. Um aber ein tieferes Verständnis zu fördern, legen wir Wert darauf, dass sie die Gelegenheit erhalten, diese Aufgaben oder Prozesse selbst zu erleben. Durch eigene Erfahrungen erhalten Lernende die Möglichkeit, die vielfältigen Dimensionen eines Prozesses oder einer Tätigkeit zu erkennen, sie in Gänze zu erfassen und gegebenenfalls auf sie zu reagieren. Dieses Wissen ist allerdings nicht ohne Aufwand zugänglich – die Teilnehmenden müssen bereit sein zu arbeiten! Aktive Teilname, Selbstreflexion, analytisches Denken und Problemlösungskompetenz sind entscheidende Voraussetzungen, damit Lernende den grösstmöglichen Nutzen aus ihrem neu erworbenen Wissen ziehen und dieses in ihr Leben und ihre Arbeit einfliessen lassen können (Kolb 1984). Doch als Lohn erhalten sie wirkungsvolle Hilfsmittel und das Wissen, wie diese optimal einzusetzen sind.

Photo via Visual Hunt

Über die Autorin / den Autor
Dr. Rachel Brooks
Dr. Rachel Brooks-Ames Lachenmeier ist seit Januar 2016 Programm Managerin für Custom-Programme an der Executive School of Management, Technology and Law.Von 2011 - 2016 promovierte Frau Dr. Brooks an der Universität St.Gallen im Programm „Organisation und Kultur". In ihrer Forschung befasste sie sich mit der Frage, wie Entscheidungsträger multinationaler Unternehmen grundlegende Beurteilungen der sozialen Bedürfnisse in ihren Rohstoffmärkten vornehmen. Sie hält einen Bachelor in Lateinamerikanische Studien des Smith College in Massachusetts und einen Master ebenfalls in Lateinamerikanische Studien der New York University.