How to: Generation Z für Führungspersonen

Generation Z, Generation Greta oder Post Millennials mit Geburtsjahr ab circa 1997 treten allmählich in den Arbeitsmarkt ein. Was heisst das für Unternehmen, für Arbeitgebende für Vorgesetzte. Wie tickt diese Generation? Matthias Mölleney, Experte für HR Management und Leadership, ist Seminarleiter des Programmes Beyond Leadership an der Unternehmerschule der Executive School der Universität St.Gallen und bereitet Führungspersonen auf die neue Generation vor.

Allmählich dringt Generation Z auf den Arbeitsmarkt. Wie unterscheidet sich die neue Generation von ihren Vorangegangenen?

Gen Z ist tatsächlich eine interessante Generation – sie lässt sich noch nicht ganz einordnen. Die Generation X fokussiert stark auf Karriere, Leistung, Wohlstand und aufs Weiterkommen im Beruf. Wohingegen die Folgegeneration Y Selbstverwirklichung und Sinnhaftigkeit in den Vordergrund stellt. Die neue Generation scheint wieder mehr der Perfomance-Typ zu sein. Sie konzentriert sich auf Leistung, die allerdings sinnstiftend sein muss. Finanzielle Ziele stehen wieder mehr im Vordergrund. Diese sind aber immer an gewisse Rahmenbedingungen gebunden. Unterschiedliche Werthaltungen lassen sich nicht immer nur am Alter beziehungsweise an den Generationen ausmachen. Zum Beispiel sehe ich immer wieder Unterschiede bei Personen, die vom Land beziehungsweise aus der Stadt kommen. Hier als Gesellschaft eine Balance zu finden ist eine grosse Herausforderung und eine Frage der gesellschaftlichen Solidarität.

 

Welche Herausforderungen bringt das für Unternehmen mit?

Die Arbeitgeberloyalität nimmt insbesondere bei der jüngeren Generation noch mehr ab. Jobhopping und Portfoliowork nehmen hingegen zu. Unternehmen könnten deswegen durch hohe Rekrutierungskosten stärker belastet werden. Sie sollten darauf achten, dass sich die Fluktuation auf einem gesunden Niveau einpendelt.

Executive School Studiengang:

Beyond Leadership

In einer Welt, in der Hierarchien zwar auf dem Papier noch existieren, aber in der Realität längst durch agile Arbeitsformen abgelöst sind, brauchen wir Followership, das über traditionelle Leadership-Ansätze hinausgeht. Denn die Voraussetzung für eine wirklich gute Kooperation ist das Vertrauen zwischen den handelnden Personen. Genau das gelingt mit „Beyond Leadership“ auf eine ebenso verblüffend einfache wie vor allem wirksame Vorgehensweise. Das Seminar zeigt nicht nur, wie die Methode funktioniert und warum sie funktioniert, sondern alle Teilnehmenden werden befähigt, „Beyond Leadership“ in ihrem Unternehmen erfolgreich anzuwenden.

Was bedeutet das für Führungskräfte? Wie können sie die Arbeitsloyalität erhöhen und die neue Generation zu Höchstleistungen motivieren?

Was früher galt: «Nicht geschimpft ist schon gelobt», ist heute überhaupt nicht mehr akzeptiert. Die jüngeren Mitarbeitenden scheinen zartbesaiteter zu sein, legen besonders hohen Wert auf konstruktive Kritik, die aber von einer sinkenden Kritikfähigkeit begleitet wird. Sie möchten noch mehr als die vorangegangenen Generationen Lob und Wertschätzung hören. Wichtig für Führungskräfte ist, den Kontakt zu ihrem Personal nicht abreissen zu lassen. Sie sollten in Erfahrung bringen, was die persönlichen Wertvorstellungen ihrer Mitarbeitenden sind, womit sie sich identifizieren. Schafft es die Führungsperson ihr Führungsverhalten entsprechend auszurichten, ist es förderlich für die Motivation und Leistungsbereitschaft der jungen Leute.

 

Welche Erwartungen haben die Jungen an das Thema Leadership / an ihre Vorgesetzten?

Früher waren die Mitarbeitenden angehalten, ihre eigenen Werte zurückzustellen und dafür die unternehmensinternen Werte kritiklos zu übernehmen. Das funktioniert heute nicht mehr. Die neue Genration erwartet stark von den Vorgesetzten, dass sie ihnen Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen, mit denen sie sich entfalten können. Sie möchten sich aber auch «risikoarm» entwickeln können, das heisst, der Chef oder die Chefin muss aufpassen und Verantwortung übernehmen, wenn es nicht so läuft, wie gewünscht. Gleichzeitig sind ihnen Nachhaltigkeit und Diversität oft wichtige Anliegen.

 

Steuern wir hier in eine neue Richtung? Ist es Zeit das Führungsverständnis komplett neu zu denken und ein neues Mindset aufzubauen?

Das Führungsverständnis muss sicherlich überdacht und allenfalls angepasst werden. Die Zeit der einsamen «Leitwölfe» an der Spitze ist vorbei. Wer in modernen, netzwerkartig strukturierten Unternehmen erfolgreich führen will, muss Führung als eine Dienstleistung verstehen an denen, die geführt werden. Das ist für viele Führungskräfte eine radikal andere Perspektive, die sie in ihren hart erkämpften Machtpositionen selbst oft noch nie erlebt haben, aber die alten Strukturen passen einfach nicht mehr. Dieses Mindset ist übrigens nicht neu, aber leider in Vergessenheit geraten. Zum Beispiel heisst es bereits in der 1’600 Jahre alten benediktinischen Ordensregel: «Und überhaupt regle und ordne er (der Abt) alles so, dass es den Brüdern (und Schwestern) zum Heil dient und sie ohne einen berechtigten Grund zum Murren ihre Arbeit tun können.» Es braucht auch in Zukunft Regeln und eine Ordnung, aber sie sollen den Menschen dienen. Das ist allerdings kein Selbstzweck, sondern am Ende geht es immer um Leistung. Den Menschen dienen, damit sie anderen Menschen dienen können und wollen. Darum geht es und das wird sich auch nicht ändern.

Vielen Dank für die spannenden Antworten!

 

Hier finden Sie mehr Informationen zum Programm Beyond Leadership.

 

 

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Über die Autorin / den Autor
Martina Müri Martina ist verantwortlich für alle Public Relations Aktivitäten der Executive School. Vor ihrem Eintritt in die ES-HSG, arbeitete sie als PR-Beraterin und Kommunikationsspezialistin. Sie ist Absolventin der Universität St.Gallen und hält einen Master-Abschluss in International Affairs and Governance (M.A. HSG)