17. März 2021

Mentales Coaching – Der Erfolg beginnt im Kopf

Führungskräfte sind in vielfacher Hinsicht gefordert: Sie sollen nicht nur im Sinne des Unternehmens gewinnbringend wirtschaften, sondern auch in der Lage sein, ihre Mitarbeitenden zu inspirieren, motivieren und angemessen zu fördern und als Vorbild fungieren. Dabei sind Eigenschaften wie Authentizität, Überzeugungskraft, Selbstdisziplin, Selbstreflexion, Lernbereitschaft, Ehrgeiz, Empathie, Selbstvertrauen, Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit gefragt. Eine Führungsperson zu sein, ist definitiv kein einfaches Unterfangen! Um als Führungskraft erfolgreich zu sein benötigt es mentale und emotionale Stärke, wie auch Widerstandsfähigkeit und Gesundheit.

Mentale Stärke – die innere Haltung

Ein gesunder Führungsstil zeichnet sich durch ein wertschätzendes Miteinander, das Schaffen und Pflegen von Werten sowie die Fähigkeit, Konflikte anzusprechen und Lösungen zu finden, aus. All diese Punkte hängen mit der inneren Haltung bzw. mit der mentalen und emotionalen Stärke einer Führungskraft zusammen.

Nach Loehr (2001)1 bedeutet mentale Stärke, sein Leistungsspektrum ungeachtet von Widrigkeiten und inneren und äusseren Störfaktoren am Tag X voll und ganz ausschöpfen zu können. Das Wort mental2 steht für Geist, Verstand und Intellekt oder aber auch in der Vorstellung vorhanden, aus Denken hervorgegangen. Das mentale Training ist nach Eberspächer (2012)3 das planmässige wiederholte, systematische, bewusste und kontrollierte Optimieren von Vorstellungen des Eigenzustands, einer Handlung oder eines Weges ohne gleichzeitige praktische Ausführung gemeint. Das Training zielt darauf ab, mit der eigenen Vorstellungskraft Situationen gedanklich auf optimale Weise durchzuspielen. Es können unter anderem Handlungspläne wie z.B. ein schwieriges Mitarbeitergespräch oder eine herausfordernde Aufgabe, bspw. das Abhalten einer Präsentation im Vorfeld, mental durchdacht werden. Zudem soll gelernt werden, auftretende Widrigkeiten besser Stand zu halten und in schwierigen Situationen rasche, angemessene Problem-Lösungsstrategien zu finden.

 

Die richtige Software für unser Gehirn

Nach einem Erhebungsgespräch wird das mentale Problem analysiert und das Trainings- respektive Coaching-Ziel festgelegt. Im Coaching oder Training bedient sich der Coach verschiedener Coaching-Techniken, die helfen Blockaden zu überwinden und Veränderungen anzugehen. Schlussendlich liefern sie Lösungsideen, um das gemeinsam festgelegte Coaching-Ziel zu erreichen.

Im Coaching werden u.a. suggestive, imaginative oder konfrontative Interventionen eingesetzt. Dabei wird zwischen Coaching und Training unterschieden. Je nach Form werden ein Erhebungsgespräch und 6-10 Sitzungen abgehalten.

Im Coaching-Prozess geht es nicht nur darum, gemeinsam auf das Coaching-Ziel hinzuarbeiten, sondern es soll auch bestmöglich die Arbeitsweise des Gehirns verstanden werden. Die Funktionsweise des Gehirns kann weitgehend mit dem eines Computers, auf dem verschiedene «Programme» laufen, verglichen werden. Diese Programme laufen vorwiegend unbewusst ab und können für die Person kontraproduktiv sein. Im Coaching-Prozess hilft der Coach dem Coachee mit mentalen Techniken, die negativen Programme aufzudecken, zu löschen oder zu überschreiben. Wird das Gehirn nun optimal programmiert und die mentale Software regelmässig aktualisiert, kann in Zeiten hoher Herausforderungen auf gute, hilfreiche Programme zurückgegriffen werden, die die Person mental unterstützen.

 

Themen beim mentalen Coaching

Die Anwendung des mentalen Coachings kann grundsätzlich in vier Hauptthemenbereiche unterteilt werden. In den Leistungsthemen könnte sich bspw. eine angehende Führungsperson den zukünftigen Anforderungen und der Verantwortung noch nicht gewachsen fühlen. So könnte ein mentales Coaching einer angehenden Führungskraft helfen, sie in der Selbstwirksamkeit zu stärken. Ein weiterer Themenbereich wäre die Entwicklung, wo ein mentales Coaching bspw. als berufliche Orientierungshilfe oder Um- bzw. Neuorientierung unterstützend sein kann. Motivations– oder Gesundheitsthemen wären weitere Bereiche, auf die sich ein mentales Coaching fokussieren könnte.

 

Die eigene Psyche besser verstehen

Ziel im Mentalcoaching ist es nicht nur das mentale Problem zu beseitigen, sondern auch die eigene Psyche besser zu verstehen. Psychische Herausforderungen sollten für Führungskräfte kein Tabuthema sein. Im besten Fall wird die Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche zur Routine. Ein Mentalcoach kann hierbei optimale Hilfeleistung geben, um den Zugang zu sich selbst zu finden. Sich selbst besser zu kennen, zu wissen «wie man tickt», kann in jedem Bereich (egal ob privat, beruflich oder anderswo) nur eine Bereicherung sein.

 

Sollte ich Ihr Interesse am mentalen Coaching geweckt haben oder Sie Fragen zum Thema mentales Coaching haben, dann können Sie mich gerne kontaktieren.

Judith Witzemann
Weiterbildungsberaterin, ES-HSG
judith.witzemann@unisg.ch
+41 71 224 7509

 

1 Loehr, James E. (2001) Die neue mentale Stärke: sportliche Bestleistung durch mentale, emotionale und physische Konditionierung. München: blv
2 www.wortbedeutung.info
3 Eberspächer, Hans (2001), zitiert in Mayer J., Hermann H.-D., Mentales Training: Grundlagen und Anwendung in Sport, Rehabilitation, Arbeit und Wirtschaft. Springer-Verlag Berlin Heidelberg.

 

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