18. Mai 2022

Mitarbeitendenführung: Vom Talent zur Führungskraft

In der heutigen Arbeitswelt sind neue Skills gefragt. Es werden Coaches statt Autoritäten gesucht. Führungskräfte sollen Menschen entwickeln, statt sie zu benutzen. Wie schaffen Unternehmen den Sprung zu einer neuen Führungskultur und was müssen Führungskräfte bei der Beförderung und Rekrutierung beachten?

Der oder die Vorgesetzte ist die Autoritätsperson. Früher Standard, gehört dieser Führungsstil je länger je mehr der Vergangenheit an. Heute sind andere Kompetenzen gefragt. Führungskräfte unterstützen ihre Mitarbeitenden und holen das Beste aus ihnen heraus, indem sie sie coachen. Es soll vermehrt ein Gefühl des «Wir» statt des «Ich» geschaffen werden. Und Mitarbeitende dürfen Fehler machen – denn aus Fehlern kann Neues entstehen.

Doch wo und wie finden sich Talente, die genau diese Kompetenzen in ihren Rucksäcken haben? Ein Artikel in der Handelszeitung vom Oktober 2021 schreibt «Frauen sind die besseren Führungskräfte» und beruft sich dazu auf eine Studie des Beratungsunternehmens Zenger Folkman, die in der Harvard Business Review erschienen ist. Gemäss dieser schneiden Frauen in 17 von 19 Leadership-Kompetenzen besser ab als Männer. Müssten demnach Unternehmen nicht ausschliesslich Frauen für Führungspositionen rekrutieren? Nein. Denn es braucht nach wie vor ein vielfältiges Team, um verschiedene Blickwinkel in ein Unternehmen zu bringen.

Executive School Studiengang:

Aiming Higher - Karriereentwicklung für Assistenzärztinnen

Das Programm "Aiming Higher - Karriereentwicklung für Assistenzärztinnen" bietet Ihnen die Möglichkeit, sich konkret mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und gleichzeitig Ihre persönlichen Kompetenzen und Ihr Netzwerk zu stärken. In kompakten Online Trainings und interaktiven Live Events lernen Sie verschiedene ärztliche Karrierewege und die wichtigsten Aspekte des Spitalwesens kennen. Ein besonderer Fokus des Programms liegt auf der Stärkung von Sozialkompetenzen, die Ihr Führungspotential ausbauen und zu einer positiven interprofessionellen Zusammenarbeit im herausfordernden Berufsalltag beitragen.

Werfen wir aber einen Blick auf die Fakten: In der Schweiz absolvieren ungefähr gleich viele Männer wie Frauen eine Universität oder eine Fachhochschule (Quelle: Bundesamt für Statistik 2020/2021). Auch im Nicht-Management machen Frauen 50% aus. Im Top-Management hingegen sind 83% Männer (Quelle: Gender Intelligence Report). Was passiert dazwischen? Man sollte doch annehmen, dass das Verhältnis ausgeglichener ist. Frauen haben zwar ausgeprägte moderne Leadership-Kompetenzen, stellen sich oft aber nur ungern in den Mittelpunkt. Erschwerend kommt hinzu, dass mehr Frauen als Männer Teilzeit arbeiten. Je höher die Stufe, umso weniger Frauen erreichen diese. Man spricht auch von der gläsernen Decke. Wie kann diese durchbrochen werden und wie kommen Unternehmen zu vielfältigeren Führungsteams?

Der Gender Intelligence Report gibt zahlreiche Tipps, damit Frauen und Männer in Zukunft gleichermassen in Führungspositionen anzutreffen sind:

  • Rekrutieren Sie inklusive Persönlichkeiten: Das fängt damit an, dass die gesamte Unternehmenskommunikation (Bildsprache, Tonalität etc.) inklusiv gestaltet ist. Stellen Sie nach Potenzial ein, nicht nur nach Erfahrung – eventuell können Sie auch Ihren Profilkriterienkatalog erweitern, um mehr Kandidatinnen anzuziehen (inbes. in der Technologiebranche). Überprüfen Sie Ihre Bewertungskriterien für Bewerbende.
  • Machen Sie Ihre weiblichen Talente sichtbar: Bringen Sie Frauen früh in Rollen mit Profit-and-Loss-Verantwortlichkeit. Überprüfen Sie Ihre Beförderungskriterien.
  • Definieren Sie den Begriff «Karriere» neu: Schaffen Sie flexible, agile und integrative Karrierewege für alle Geschlechter, betrachten Sie Elternschaft als normalen Teil der Karriere von Männern und Frauen und ermutigen Sie Frauen aktiv, nach dem Mutterschaftsurlaub zurückzukehren.

Dies ist nur ein Auszug von einem ganzen Massnahmenkatalog, der vom Report vorgeschlagen wird. Doch bereits mit wenigen Schritten, erreichen Sie bereits sehr viel.

Aber auch als Einzelperson können Sie bereits viel unternehmen, um Ihre Karriere voranzutreiben:

  • Suchen Sie nach weiblichen Vorbildern und Mentorinnen, mit denen Sie sich austauschen können.
  • Entscheiden Sie bei sich bietenden Gelegenheiten nicht defizitorientiert, sondern nach Ihren Interessen und Ihrer Leidenschaft und dem Potenzial für Ihre persönliche Weiterentwicklung.
  • Und als Anbieterin von Weiterbildungen empfehlen wir natürlich auch eine Weiterbildung. Diese sollte aber gut gewählt sein und auf die Entwicklung Ihres persönlichen Führungspotenzials zugeschnitten.

Unser Tipp:

Das Aiming Higher Women’s Leadership Programme ermöglicht es Frauen, ihre persönlichen Stärken und ihren Führungsstil zu erkennen und ein Expertinnenfeedback zu erhalten. Sie diskutieren verschiedene Führungsansätze mit Gleichgesinnten und stärken Ihre Soft Skills, die für Rollen mit grösserer Verantwortung erforderlich sind.

Über die Autorin / den Autor
Kathrin Ott Kathrin Ott studierte Tourism & Hospitality Management und schloss ihren Master of Advanced Studies in Communication Management mit Vertiefung in strategischer Kommunikation, Online Marketing und Brand Management ab. Sie war von 2014 bis 2017 für das Marketing des Bereichs Law & Management an der Executive School zuständig. Von 2015 betreute sie das Marketing für den Weiterbildungslehrgang Women Back to Business sowie für das Competence Center for Diversity & Inclusion am Research Institute for International Management an der Universität St.Gallen. Seit Januar 2022 ist sie bei den zentralen Diensten Marketing Manager für die Open Enrolment Programmes.