Was soll ich tun, wenn LegalTech den Mainstream im Markt für Unternehmensrechtsdienstleistungen erreicht?

In den letzten zehn Jahren haben wir gehört, dass LegalTech die Art und Weise neu gestaltet, wie Rechtsdienstleistungen von Unternehmen und institutionellen Kunden beschafft, verrechnet, ausgeführt und bewertet werden. Oder noch sensationeller revolutionieren wird. Dies geschieht jedoch erst in hauseigenen Rechtsteams, die die rechtliche Betriebstechnik systematisch umsetzen. Die Transformation beginnt in der Regel mit der E-Rechnung und geht schnell über die wettbewerbsfähige Beschaffung, kollaborative Arbeitsbereiche für grössere Transaktionen, Workflow- und Dokumentenautomatisierung, Vertrags- und Projektmanagement. Zukunftsorientierte Anwaltskanzleien und Anwaltskanzleien haben sich verpflichtet, diese Firmenkunden zu betreuen und gewinnen so an Marktanteilen.
Was muss ich als Manager, Kanzleipartner, Inhouse-Anwalt tun, um in dieser "neuen Welt" erfolgreich zu sein?

Vor einigen Wochen reiste ich nach Brasilien, um einen von einem Dutzend grosser globaler LegalTech-Software- und Dienstleistungsanbieter zu besuchen, die die neue rechtliche Betriebsstruktur entwickeln. Ich war überrascht zu erfahren, dass die Mehrheit der grossen Unternehmen in Lateinamerika bereits einen Teil oder die gesamte Plattform zur Verwaltung ihrer rechtlichen Aktivitäten benützen.

Diese internen Rechtsabteilungen haben mindestens eine länderspezifische Version der E-Rechnung implementiert, um die Kontrolle über ihre externen Rechtsausgaben zu behalten. Das „Mehr mit weniger“ Mantra und das rechtliche Risikomanagement in unsicheren Zeiten sind die wichtigsten Treiber dafür. Viele Unternehmensrechtsteams haben auch die ausgefeilte Workflow-Technologie des Anbieters implementiert, um sicherzustellen, dass ihre häufigsten Arten von Rechtsstreitigkeiten den komplexen Regeln und Vorschriften ihres Landes entsprechen. Dazu gehörte oft die Automatisierung aller relevanten Dokumente und die Online-Zusammenarbeit mit externen Anwälten und Institutionen, um diese Dokumente auf die effizienteste Weise abzuwickeln.

Da diese Unternehmensrechtsabteilungen den Einsatz von Unternehmensmanagement-Plattformen ausweiten, sind einige an einem Punkt angelangt, an dem alle Arten von Rechtsarbeit digital abgewickelt werden. Dies wiederum übt Druck auf Anwaltskanzleien und andere Rechtsdienstleistungsunternehmen aus, sich an die Prozesse zu halten und die Plattform zu nutzen. Wer sich wehrt, riskiert, Teile oder die gesamte Arbeit eines Kunden an andere zu verlieren, die in der neuen Welt tätig sein können. In diesem Zusammenhang werden die Daten, die der internen Rechtsabteilung zur Verfügung stehen, immer umfangreicher. Darüber hinaus kann der Plattformanbieter seinen Kunden wertvolle Zusatzleistungen anbieten, die entsprechend anonymisierte Vergleichsdaten liefern.

Viele lateinamerikanische Länder haben Rechtssysteme mit komplexen und sehr präskriptiven Verfahren. Diese sind ohne wesentliche Automatisierung und Rationalisierung nicht mehr überschaubar und erschwinglich. In vielerlei Hinsicht ist dies ein Vorbote dessen, was heute anderswo geschieht.

Seit einigen Jahren fragen wir uns, ob und wann Unternehmensrechtsdienstleistungen digitalisiert werden. Meiner Meinung nach kann das in Brasilien beobachtete Szenario leicht zum Musterbeispiel dafür werden, wie dies anderswo geschehen wird.

Anwaltskanzleien und hauseigene Rechtsteams müssen daher schnell die Mechanismen und Fähigkeiten aufgreifen, die für das Gedeihen in einer digitalisierten Welt erforderlich sind. Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten, diese Herausforderung zu meistern, z.B. von Kollegen zu lernen, die Hilfe von Experten zu suchen, mit einer neuen Generation von Anwälten und Rechtsingenieuren und Technologen zusammenzuarbeiten, an Schulungen teilzunehmen und kleine, schnelle und sinnvolle Schritte zu unternehmen, die einer vorher vereinbarten Strategie für Ihr Unternehmen folgen.

Die Digitalisierung von Unternehmensrechtsdienstleistungen mag zunächst etwas beängstigend erscheinen. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass viele Anwaltskanzleien und die meisten internen Rechtsteams sich mit der neuen Umgebung auseinandersetzen und erfolgreich sein werden, sobald sie besser verstehen, worum es geht.

 

Bildquelle: istockphoto

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Über die Autorin / den Autor
Gerard Neiditsch Aktuelles Projekt für die Universität St. Gallen: Aufbau eines neuen Kompetenz Zentrums im Bereich Blockchain mit Vertiefung Smart Contracts.