22. Januar 2019

Zwei Initiativen für mehr Diversity und Inclusion in der Wirtschaft

Mit den «UN Principles for Responsible Management Education (PRME)» möchte die UNO erreichen, dass die Business Schools ihre Studierenden zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten ausbilden. Sie sollen durch ihre künftigen Tätigkeiten zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die Universität St.Gallen hat diese UN-Prinzipien unterschrieben und sich so zu deren Einhaltung in Forschung und Lehre verpflichtet. In den letzten Jahren wurde u.a. auch das Engagement im Bereich soziale Nachhaltigkeit verstärkt.

Breites Engagement der Universität St.Gallen

Die Themen «Verantwortung» und «Nachhaltigkeit» sind schon seit mehreren Jahrzehnten fester Bestandteil der Universität St.Gallen. Wir sprechen jeweils von der «triple bottom line»: Unternehmen müssen ökonomisch, ökologisch und sozial verantwortlich handeln. Der vor Kurzem erschienene «Report on Responsibility and Sustainability» demonstriert die vielfältigen und breiten Engagements der Universität St.Gallen in diesem Bereich. Bereits 1969 wurde ein Lehrstuhl für Umweltökonomie geschaffen. Seither wurden mehrere Institute und Zentren in diesen Bereichen eröffnet bzw. zahlreiche Initiativen lanciert. Gerne möchten wir aus dem Report zwei Initiativen aufzeigen die speziell die Erhöhung des Frauenanteils besonders auch in Führungspositionen im Fokus haben.

Das Thema «Diversity and Inclusion» und die «Gleichstellung der Geschlechter» sind wichtige Bereiche der UN-Prinzipien. Das Competence Centre for Diversity & Inclusion CCDI und der Weiterbildungslehrgang «Women Back to Business», der vor mehr als 10 Jahren lanciert wurde, tragen zu diesen Themen bei. Beide Initiativen wurden von Prof. Dr. Gudrun Sander initiiert.

Mehr Innovation und Nachhaltigkeit dank vielfältigen Teams

Das Competence Centre for Diversity & Inclusion (CCDI) ist Teil der Forschungsstelle für internationales Management (FIM-HSG). Neben innovativer Forschung im Bereich Diversity & Inclusion, unterstützt das CCDI auch Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Diversity & Inclusion (D&I) Strategien und Massnahmen, bei der Durchführung von Sensibilisierungstrainings und bei der Analyse von D&I Kennzahlen.

Vielfältigere Teams sind erwiesenermassen häufig innovativer, was für viele Unternehmen ein wichtiges Thema ist. Dazu kommt der vermehrt spürbar werdende Fach- und Führungskräfte-Mangel, der Unternehmen zusätzlich vor Herausforderungen stellt. Führungskräfte sind auf Fakten angewiesen, wenn sie qualifiziertes Personal gezielt rekrutieren und halten wollen, um den Unternehmenserfolg zu sichern. Mit dem St.Galler Diversity Benchmarking setzt das CCDI seit vielen Jahren schweizweit einen Standard, der Firmen den Vergleich mit anderen Organisationen (aus der gleichen Branche) ermöglicht. Sind wir ein attraktiver Arbeitgeber, rekrutieren andere Firmen besser als wir, können wir die Mitarbeitenden halten, befördern wir fair, zahlen wir Frauen und Männern vergleichbare Löhne? Diese und andere Fragen beantwortet das St. Galler Diversity Benchmarking. Es werden dabei anonymisierte HR-Daten zwischen den Firmen verglichen, sodass ein effektiver und aussagekräftiger Vergleich möglich wird. Die Unternehmen selber erhalten einen eigenen Bericht mit Stärken und Schwächen und konkreten Handlungsempfehlungen. Die Ergebnisse des Benchmarkings ermöglichen es nicht nur der einzelnen Firma festzustellen, wie sie im Vergleich zu anderen steht und wo sie handeln muss, sondern bringen auch ganze Branchen oder Firmengruppen in Bezug auf mehr Chancengleichheit und D&I weiter.

Letzteres zeigt sich im jährlich Gender Intelligence Report, welcher im Auftrag von ADVANCE Women in Swiss Business für die Member Companies erstellt wird. So soll mehr Diversität in den Unternehmen erreicht werden, was zu mehr Innovation und einem besseren Miteinander in Teams und schlussendlich auch zu mehr wirtschaftlichem Erfolg führen soll. Mit dem «St.Gallen Diversity Benchmarking» hat die Universität St.Gallen ein Produkt geschaffen, das Praxis und Forschung in bester Weise miteinander verbindet.

Brücke für den Wiedereinstieg

In der Schweiz gibt es mehr als 50’000 Frauen mit Hochschulabschluss, die wegen familiärer Aufgaben die Berufsarbeit aufgegeben haben oder in tieferen Qualifikationen arbeiten. Viele bekunden Mühe, wieder in den Berufsalltag einzusteigen oder in eine qualifizierte Position umzusteigen. Mit dem «Women Back to Business»-Lehrgang wurde ein Angebot geschaffen, das sich ausschliesslich an Frauen richtet. Dies mit dem Ziel, die Teilnehmerinnen mit den wichtigsten Bereichen der Unternehmensführung vertraut und sie mit Coachings, Bewerbungstrainings und speziellen Workshops fit für den Wiedereinstieg oder Umstieg zu machen. Die Vereinbarkeit von Familie und Weiterbildung neben einer allfälligen Teilzeitanstellung war dabei sehr wichtig, weshalb die Module nie länger als 2 – 3 Tage dauern. Das Programm wird von namhaften Unternehmen in der Schweiz unterstützt. Und die Teilnehmerinnen können während der Weiterbildung Projekteinsätze bei den Partnerfirmen oder bei anderen Organisation machen. So wird wiederum die Brücke zwischen Lehre und Praxis geschlagen.

Executive School Studiengang:
Open Programmes

Women Back to Business

Management-Weiterbildung für Wiedereinsteigerinnen oder Umsteigerinnen

Schritt für Schritt zu mehr Frauen in Führungspositionen

Diese zwei sehr erfolgreichen Initiativen sind Teil eines umfassenden Angebots für mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit an der Universität St.Gallen. Sie haben zum Ziel, einen Beitrag zum Fach- und Führungskräftemangel zu leisten und den Wirtschaftsstandort Schweiz durch mehr Vielfalt innovativ und wettbewerbsfähig zu halten.

 

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